Etwa 4 Milliarden Hektar Wald vereinnahmt der Wald, was 31 Prozent der weltweiten Landoberfläche entspricht. Und das bis in eine Höhenlage von 3.800 Meter. Innerhalb der EU ist Deutschland mit 11,4 Millionen Hektar das waldreichste Gebiet und kann zirka 90 Milliarden Bäume vorweisen. Laubbäume und Nadelbäume verteilen sich so ziemlich zu gleichen Anteilen, wobei der Nadelbaumanteil in den letzten Jahren abnahm, was letztlich bedeutet, dass der Mischwaldanteil steigt.
Nicht nur Pflanzen, sondern zahlreiche Vögel, Säugetiere, Insekten, Spinnen, Reptilien und Amphibien leben im Wald. Zirka 80 Prozent der Landtiere haben ihren Lebensraum im Wald gefunden, wobei tropische Wälder die größte Artenvielfalt bietet. Somit ist der Wald selbst ein artenreiches Biotop. Als komplexe Ökosysteme sind Wälder neben den Ozeanen die wichtigste Einflussgröße des weltweiten Klimas – sie senken Kohlendioxid und regelrechte Sauerstoffproduzenten.
Entstehung des Waldes
Erste einfache Landpflanzen entwickelten sich aus den Wasserpflanzen – das geschah vor bereits 400 Millionen Jahren. Jedoch dauerte es noch weitere 100 Millionen Jahre, bis die ersten Bäume entstanden. Zunächst herrschte in der Steinkohlezeit (Karbon) ein günstiges feucht-tropisches Klima, was riesige Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäume zur Entfaltung brachte. Vor etwa 270 Millionen Jahren änderte sich das Klima dann erneut – es wurde trockener. Zahlreiche bis dahin wachsende Bäume gingen im Bestand zurück und die uns bekannten Nadelbäume traten zum Vorschein. Diese Nadelbäume prägten 200 Millionen Jahre lang das Landschaftsbild. Innerhalb dieser Zeit entwickelte sich zudem der Ginkgo. Jene Baumart gilt als Übergangsart zwischen Nadel- und Laubbaumarten. Erst vor 100 Millionen Jahren traten schließlich die Laubbäume zutage, welche dann das Waldbild prägten.
Vor 1 Million Jahren begann sich das Klima auf der nördlichen Erdhalbkugel stark abzukühlen – es folgten diverse Eiszeiten. Zwischen 600.000 bis 12.000 v.u.Z. wechselten sich beispielsweise 4 Eiszeiten mit wärmeren Zwischenzeiten ab. Erst nachdem sich das Eis allmählich zurückzog und die Temperatur wieder zu steigen begann, eroberte sich die Pflanzenwelt die Flächen zurück. Allerdings waren viele Pflanzen ausgestorben, wodurch die Vielfalt der Flora nicht mehr Einzug nehmen konnte. Das Landschaftsbild ähnelte eher einer Tundra, wo sich anfänglich Pionierbaumarten wie zum Beispiel Birken und Kiefern behaupten konnten. Bald, mit Zunahme der Temperatur, folgten dann auch Eiche und Hasel. Bis etwa 2.500 v.u.Z. dehnten sich Mischwälder aus. Häufig anzutreffen waren entsprechend Eichen, Linden, Ulmen und Eschen. Das Klima änderte sich abermals – es wurde kühler und feuchter, sodass sich Buchen stark verbreiten konnten. Buchen sind heute demnach die am meisten anzutreffenden Bäume.
Bedeutung der Wälder für den Menschen
Wie schon erwähnt, ist der Wald als komplexes Ökosystem äußerst wichtig für das Klima. Lebewesen der Tierwelt, wozu auch wir als Mensch gehören, benötigen Sauerstoff, um existieren zu können. Allein diese Tatsache macht deutlich, wie abhängig wir vom Wald, aber auch von der Natur im Allgemeinen, sind. Schließlich waren unsere Urahnen noch stark mit dem Wald verbunden, da sie dort zu Hause waren. Wir sind also Bestandteil der Natur. Heutzutage hat der Mensch sich weitestgehend von den Wäldern entfernt und lebt in Städten oder Dörfern, für die der Wald durch Rodungen leiden musste. Als Erholungsgebiet werden die Wälder allerdings noch gern vom Menschen genutzt. So geht er dort spazieren, joggen, wandern, waldbaden oder Pilze sammeln.
Auch wirtschaftlich ist der Wald von Bedeutung. Er dient als Forstwald hauptsächlich dazu, Holz zu liefern. Durch häufig anzutreffende Monokulturen – meistens Fichten – sterben aber viele Bäume ab, weil der Borkenkäfer sich hier ein reichhaltiges Nahrungsangebot und eine ebenso reichhaltige Brutstätte vorfinden kann. Reine Urwälder sind rar. Hier greift der Mensch nicht in die Natur ein und lässt den Wald in seiner Entwicklung freien Lauf.
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